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Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche Forum
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Yvonne.S
Anmeldedatum: 26.03.2009 Beiträge: 4
Wohnort: 21680 STD Niedersachsen, Deutschland
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Verfasst am: 26.03.2009 - 11:10 Titel: Erfahrungsaustausch gesucht |
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Hallo,
ich (37) bin alleinerziehende Mutter von 3 Mädchen.
Gestern habe ich erfahren, dass meine mittlere Tochter ( 8 ) Dyskalkulie hat. Laut der Mathelehrerin und der Fachfrau, die den Test durchführte, eine sehr schwere Form von Dyskalkulie.
Ausserdem wurde festgestellt, dass bei Bianca nur eine Gehirnhälfte zur Zeit arbeitet und nicht beide Hälften parallel zueinander.
Bianca ist jetzt in der 2. Klasse und hat selbst im Zahlenraum bis 10 noch große Defizite.
Ungeordnete Mengen kann sie nur bis zur Menge 3 simultan erkennen, ab 4 muss sie abzählen.
Da die Mühlen der Behörden bekanntlich oft sehr langsam mahlen und wir in Kürze keine Therapie anfangen können, würde ich gerne wissen, was ich zu Hause mit meinem Kind tun kann um ihr das lernen zu erleichtern.
Ausserdem würde ich mich über Erfahrungsberichte mit Therapien und Lernerfolgen anderer Eltern oder Dyskalkuliker freuen.
Viele Grüße,
Yvonne |
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Dr. Klaus Retzlaff
Anmeldedatum: 16.03.2007 Beiträge: 13
Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 27.03.2009 - 10:21 Titel: bei Bianca nur eine Gehirnhälfte zur Zeit arbeitet |
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„Ausserdem wurde festgestellt, dass bei Bianca nur eine Gehirnhälfte zur Zeit arbeitet und nicht beide Hälften parallel zueinander.“
Hallo Yvonne,
an der zitierten Diagnose habe ich große Zweifel, ob das wirklich festgestellt worden sei, weil Kindern, welche diese massiven Schwierigkeiten im Rechnen haben, oft unterstellt wird, dies sei eine Frage der Kommunikation der Hirnhälften. Das geht zurück auf die Hypothese der so genannten „cerebralen Dysfunktion“, die nicht nachgewiesen werden konnte. Statt diese Hypothese dann zu verwerfen, wurde sie in „minimale“ (weil nicht nachweisbar) „cerebrale Dysfunktion“ umgetauft. Das Gerücht NICHT RECHNEN KÖNNEN = FEHLFUNKTION DER HIRNHÄLFTEN hält sich leider sehr hartnäckig.
Es ist doch wahrscheinlich nicht das Gehirn des Kindes untersucht worden, sondern es sind vermutlich nur ein Rechentest, ein IQ-Test und vielleicht noch ein paar andere Tests durchgeführt worden. Vielleicht schreiben Sie uns, was genau gestestet wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Klaus Retzlaff _________________ K. R. |
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Yvonne.S
Anmeldedatum: 26.03.2009 Beiträge: 4
Wohnort: 21680 STD Niedersachsen, Deutschland
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Verfasst am: 27.03.2009 - 15:33 Titel: |
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Hallo Herr Doktor Retzlaff,
meine Tochter wurde am vergangenen Montag von einer Fachberaterin für Sonderpädagogischen Förderbedarf auf Dyskalkulie überprüft.
Ich bin seit fast einem Jahr der Meinung, dass meine Tochter im Rechnen "unnormal" große Probleme hat.
Für Aufgaben, die die anderen Kinder ihrer Klasse in 20 Min. lösen, benötigt mein Kind 2 Stunden. Sie kann Zahlen, die über 10 liegen, nicht im Kopf zusammenrechnen und benötigt Anschauungsmaterial, ist aber auch damit nicht in der Lage wirklich zu rechnen, sondern kommt nur abzählend zur Lösung (erst die eine geforderte Menge, dann die zweite Menge abzählen und dann die Gesamtmenge nochmal einzeln abzählen)
Auch hat sie keinen Begriff für Stellenwerte in gemischten Zahlen und verdreht diese dann oft (aus 45 wird 54 etc.)
Zerlegen von Zahlen überfordert sie vollkommen, wenn es um ungerade Zahlen geht. Sie zerlegt zum Beispiel 8 nur in 4+4, aber 5+3 o. 6+2 ist für die unverständlich.
Rechenhilfen wendet sie nicht an, da jede Aufgabe eine neue Aufgabe für sie ist. Obwohl sie spontan weiß, dass 4+4=8 ist, muss sie 14 + 4 wieder abzählen (15, 16, 17, 1
Ausserdem hat sie große Defizite im Bereich "Raum-Lage-Orientierung", "Wahrnehmung räumlicher Beziehung" und -Figur-Grund-Wahrnehmung"
Es wurde bei ihr unter anderem der berüchtigte Test mit dem Bleistift, dem die Augen folgen sollen, gemacht. Bei meiner Tochter geht es nur zu einer Seite. Entweder rechts, oder links. Aber sie kann dem Bleistift nicht ganz mit den Augen folgen. Wenn der Stift z.B. nach rechts geht folgt sie ihm, geht er dann von dort nach links, bleiben die Augen in der Mitte stehen und können nicht weiter dem Stift folgen.
Erst wenn sie ihn wieder "angepeilt" hat, kann sie ihm zur anderen Seite folgen.
Für mich würde diese Dysfunktion der Gehirnhälften aber erklären, warum meine Tochter nicht gekrabbelt ist und erst sehr spät mit Laufen anfing. Es wurde damals immer auf ihr Gewicht geschoben, da sie als Baby ein richtiger Wonneproppen war. Heute glaube ich, dass da ein anderer Grund vorgelegen haben muss. Vielleicht irre ich mich auch, aber das sind meine Gedanken dazu.
Ein IQ Test wurde noch nicht bei Bianca gemacht. Der wird, nach allem was ich gehört habe, vom Jugendamt gemacht. Auch wurde mir gesagt, dass das Jugendamt die Kosten einer Therapie nicht tragen würde, wenn der Test zu niedrig ausfällt. Ein Punkt, den ich nicht verstehen kann und der mich furchtbar ärgert.
Bei Bianca ist übrigens Mathe das einzige Problem. In allen anderen fächern, gehört(e) sie zu den Besten in der Klasse.
Seit einiger Zeit fällt sie ein bisschen ab, was aber vielleicht darauf zurück zu führen ist, dass sie in der Klasse inzwischen wegen ihrer Rechenschwierigkeiten sehr zu leiden hat und gehänselt wird.
Sogar Freundinnen haben sich zurückgezogen von ihr und werden gemein.
Sie hat keinen Spaß mehr an der Schule und an manchen Tagen richtig Angst hinzugehen. Auffallen tut mir, dass sie am Mittwoch gerne hingeht... da ist auch kein Matheunterricht.
Viele Grüße,
Yvonne |
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f.j.neffe
Anmeldedatum: 16.02.2008 Beiträge: 9
Wohnort: Bayern, Deutschland
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Verfasst am: 31.12.2009 - 16:41 Titel: Begeisterung für die Talente |
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Zunächst einmal ist jede "Diagnose" nur eine Aussage darüber, dass der "Profi" das Problem nicht lösen kann. Dann ist aber jede "Diagnose" auch noch immer eine wirksame Suggestion; das heißt sie ruft genau das hervor, was sie sagt und gibt dem auch noch Nahrung. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es erstaunlich, dass dies so gut wie nie beachtet wird. Wenn ich soviel, wie Du von Deiner Tochter hiert an Defiziten, Schwächen, Fehlern aufzählst, auf Dich einreden würde, dann würde ich Dich damit ohne weiteres in Deinen Fähigkeiten stark irritieren. Nun kann man Worte aber immerhin noch zurückweisen; Du und die Pädagogikprofis strahlen das aber auch noch pausenlos aus, und da geht es an der bewussten Kontrolle vorbei direkt INS UNBEWUSSTE und irritiert, schwächt und blockiert dort die Talente statt sie zu entwickeln. Ich kann mich da Dr.Retzlaff nur anschließen, wenn er die "Diagnose" in Frage stellt.
Was heißt denn überhaupt das griech. Fremdwort Diagnose? Die meisten, die Diagnosen stellen, scheinen nicht zu wissen, was Diagnose ist. Diagnose ist Durchblick. Haben Deine Profis den Durchblick? Warum reden sie dann nicht über die Lösung statt das Problem? Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich Dir als erstes mindestens eine Erfolgsgeschichte erzählen, wie ich so ein Problem schon einmal gelöst habe. Ich würde Dich für die Talente Deines Kindes begeistern. Ich würde Dir Last abnehmen und nicht welche aufbürden. Ich würde sofort die Rechentalente Deines Kindes freundlich interessiert begrüßen und ihnen Hoffnung geben. Ich würde mich klar auf die Seite dieser Talente stellen. Ich würde ihnen sagen: "Auf MEIN Risiko zeige ich Euch jetzt, wie genial Ihr seid." Dann würde ich sie stärken und aufbauen und sie an ihrer guten Entwicklung heiß interessieren. Ich würde einfach immer behaupten, dass sie das können, was ich sie gleich rechnen lasse, und wenn tatsächlich dabei ein Fehler passiert (was selten vorkommt), würde ich ihn auf MICH nehmen und sofort wieder KÖNNEN suggerieren. Ich erforsche die Suggestion in der Pädagogik seit 35 Jahren und weiß, was damit möglich ist. Du brauchst ja nur konkret untersuchen, was Ihr dem Kind alle permanent SUGGERIERT, dann weißt Du woher das Ergebnis kommt.
All die vielen sachlichen Fehler und Schwächen, die Du aufzählst, sind schlicht die Folge PERSÖNLICHER Überlastung. Die Probleme ERSCHEINEN nur als Sachprobleme, aber sie SIND immer PERSÖNLICHE Probleme. Darum stärke ich als IKS-Lehrer immer die Persönlichkeit, denn sonst schwäche ich die geschwächte Persönlichkeit durch "Sachübung" ja noch mehr. In Fällen wie Du es schilderst, nehme ich die Fehler nur als Wegweiser, die mir sagen, welche Seelen- und Geisteskräfte HUNGERN, und dann gebe ich Energie NUR zu diesen GESCHWÄCHTEN STÄRKEN. Wenn Du die bisherige Situation genau untersuchst, kannst Du nicht übersehen, dass alle immerzu ihre Energie in das Problem stecken und nicht in die Kräfte, die es lösen können; eben darum ist das Problem auch bei jeder Maßnahme gewachsen.
Das Angebot der Pädagogik für Dein Kind würde ich als lebensvernichtend beschreiben. Es verlangt immer noch stärkere Einfügung in immer noch enrege Schablonen. Mich wundert, dass Dein Kind noch atmen kann dabei. Lernen kann doch unmöglich totale Selbstaufgabe zugunsten Einfpgens in eine Schablone sein. In der Ich-kann-Schule ist Lernen dafür da, um über alle Schablonen hinauszuwachsen, und das erste, was ich jedem Kind dazu sagen würde, ist: "Du kannst das, ich glaube an Dich." Aber nicht um es, wie leider in der Pädagogik heute allgemein üblich, damit unter DRUCK zu setzen. ErZIEHen wird durch DRUCK erdrückt, für ErZIEHen braucht es SOGwirkung, also z.B. Begeisterung, die mitreißt.
Damit die wunderbaren, feinen TALENTE Deines Kindes sich schnell erholen und neu orientieren und stark werden und wachsen, würde ich Dir die SCHLAFSUGGESTION ans Herz legen. Wenn das Kind schläft, lenkt nichts ab, da wirken Worte und Gedanken, die man ausstrahlt, voll.
Da kannst Du erst einmal Dich selbst davon überzeugen, dass alles gut wird, denn wenn Du weiter nur ann alle Probleme, Nöte und Schrecken glaubst, dann strahlst Du das permanent aus und das geht (nicht nur) Deinen Kind ungehindert bis ins Herz hinein. Wenn Du also denkst, was Du sagst, dann wirkt es sofort, wenn Du die Kräfte Deines Kindes achtest und anerkennst, bestätigst und bestärkst, bewunderst, ermunterst, ermutigst, Interesse zeigst, sie hervorrufst, ihnen ihre gute Entwicklung ausmalst, sie anspornst und ihnen einen klaren Auftrag dafür gibst. Und ich würde mich immer auf die Seite der Kräfte und ihreruten Entwicklung stelken, komme was da wolle. Das wären jeden Abend ein paar Minuten für ein gutes Gespräch. Wenn Du daraif achtest, werden Dir die Talente Deines Kindes auch alles signalisieren, was sie noch brauchen und was ihnen gut tut.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Deine Tochter in 2 Stunden lernen könnte, mit Vergnügen z.B. mehrere Millionen beträge richtig zu addieren; das hab ich z.B. mit meinen Schülern in der 2.Klasse der lernbehinderten Schule gemacht; da geht es nach 1 Jahr im Zahlenraum 1 - 6 - ich frage immer: Wer hält das aus? - den den Raum 1 - 20 hinein. Alle konnten es in einer halben Stunde.
Es soll mich freuen, wenn ich mich mit meiner begeisrterung für die Talene Deines Kindes anstecken konnte. Ich wünsche Euch guten Erfolg.
Franz Josef Neffe |
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Dr. Jörg Kwapis
Anmeldedatum: 05.06.2003 Beiträge: 101
Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 03.01.2010 - 11:07 Titel: Rechnen lernt man durch Rechnen |
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Hallo Yvonne,
dem langen Beitrag von f.j. neffe kann man entnehmen, dass er die Motivation beim Lernen für einen wichtiger Aspekt hält. Motivation ist bei jedem Lernen wichtig. Mit dem endlosen Gerede von der Suggestionswirkung beim Lernen vernebelt die Problematik der unverstandenen Mathematik.
Rechnen lernt man leider nicht im Schlaf. Rechnen lernt man durch die rationale Beschäftigung mit der Logik der Zahlen, des Zahlordnungssystems und der Rechenoperationen. Hier hilft auch nicht das Unbewusste weiter, sondern das Bewusstmachen dieser Zusammenhänge, um sie zu verstehen. Es ist also ein Akt der angeleiteten und gezielten gedanklichen Auseinandersetzung mit den von Ihrer Tochter unverstandenen Inhalten notwendig. Suggestion hilft hier nicht weiter.
Ich empfehle Ihnen sich zur detaillierten Abklärung des zahlenmathematischen Lernstandes an eine Facheinrichtung in ihrer Nähe zu wenden (siehe Adressenliste auf der Webseite www.ztr-rechenschwaeche.de). Aus Ihren Informationen zu der sonderpädagogischen Untersuchung muss ich entnehmen, dass die Sonderpädagogin den zahlenmathematischen Lernstand Ihrer Tochter noch nicht genau erfasst hat. Die Aussage, dass nur eine Hirnhälfte arbeitet, lässt sich mit den von Ihnen beschrieben Tests nicht machen. Dazu müsste eine neurologische Untersuchung erfolgen. Ich halte es für sehr fahrlässig von der Sonderpädagogin solche Behauptungen aufzustellen. Da Ihre Tochter in allen Fächern außer in Mathe erfolgreich ist, würde ich neurologische Ausfälle zunächst bezweifeln.
Das simultane Erfassen von Mengen größer 3 gelingt im Übrigen vielen Menschen nicht. Ab 5er Mengen, die unstrukturiert dargeboten werden, gelingt es keinem mehr. Wir erfassen ab dieser Anzahl quasi simultan. Das heißt, dass eine 5er Menge strukturiert wird: z.B. in 2 und 3 oder in 2, 2 und 1. Das als 5 zusammenzudenken, setzt aber schon voraus, dass ich verstanden habe, dass sich 5 sowohl aus 2 und 3 wie aus 2 und 2 und 1 bilden lässt. Das nennt man kardinales Zahlverständnis. Dieses fehlt Ihrer Tochter vermutlich.
Leider geistert durch die sonderpädagogische Gedankenwelt der Gedanke von der so genannten Simultanerfassung von Anzahlen, deren besonderer Bedeutung und deren Hinweiskraft auf Rechenstörungen - falls die Simultanerfassung nicht gelingt - immer wieder. Er basiert auf einer mangelnden Kenntnis des Forschungsstandes.
Bezüglich des mathematischen Lernproblems kann ich Ihnen nur empfehlen, eine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen bzw. alles in Bewegung zu setzen, um diese zu erhalten. Das häusliche Üben und Herumprobieren mit allen möglichen Methoden ist keine gute Empfehlung. Ich kann hier nur abraten.
Sie sollten sich mit der Schule in Verbindung setzen und mit dieser eine temporäre Entlastung für Ihre Tochter besprechen:
- keine für Ihre Tochter unlösbare Hausaufgaben mehr,
- ggf. eine Entlastung vom Notendruck durch eine Benotungsaussetzung
Das sind alles nur Entlastungsmaßnahmen, die das eigentliche Verständnisproblem Ihrer Tochter nicht lösen. Dazu bedarf es einer Dyskalkulietherapie.
Viele Grüße,
Dr. Jörg Kwapis
Leiter des ZTR Potsdam |
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pepe
Anmeldedatum: 28.02.2010 Beiträge: 2
Wohnort: 32602 Vlotho Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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Verfasst am: 06.03.2010 - 17:08 Titel: Dyskalkulie |
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Hallo Yvonne
ich habe 2 Söhne. Mein ältester(fast 10Jahre) hat auch eine starke Rechenschwäche. Auch habe früh festgestellt das er mit Zahlen nicht besonders gut Umgehen konnte. Es war oft bei den Hausaufgaben ein große Fragezeichen über seinem Kopf.
Leider konnte ich nicht früh genug absehen ob er wirklich Rechenschwach ist . Es werden in den ersten 2 Schuljahren keine Zensuren vergeben so das man einen Überblick bekommt. Statt dessen werden schwammeige Sätze wie zum Beispiel mal mehr und mal weniger interressiert..... auf zeugniss geschrieben. Wenn man nachfragt dann heisst es er ist eben ein kleiner Spätzünder usw.
Nachdem wir Ihn Anfang 2008 in die erste Klasse zurückversetzen liessen
war auch alles erst wieder gut. Alles wiederholungen. Aber das schlimmste war jetzt im Halbjahreszeugniss 2009 . Eine 5 in Mathe. Es gab keine vorwahrnung von der Lehrerin. Nur immer .. er macht seine Hausaufgaben nicht vollständig usw. Dann jetzt auf einmal könnte es eine Rechenschwäche sein. Wir haben Ihn auch Testen lassen. Er hat nur 4%. das heisst das 96% aller kinder besser Rechnen können.Jetzt stehe ich total unter Druck weil wir die 5 wegbekommen müssen. Sonst wird er eventuell nicht versetzt. Habe schon beim Jugendamt angerufen aber die haben erst einen Termin in 4-6 Wochen. War klar...
Jetzt versuchen ich mit Ergo etwas mehr Konzentration und Wahrnehmung in dsas ganze zubringen, damit mein Sohn bis zum Sommer wenigsten eine 4 in Mathe bekommt.
Du schreibst das deine Tochter Probleme mit dem Gehirn hat.
Bei meine Sohn ist soweit alles in Ordnung EEG machen lassen.
Aber als er geboren wurde steckte er im Geburtskanal fest und musste rausgedrückt werden. Er hate eine Beule auf dem Kopf, War nicht so schlimm sagte der Arzt. Ich bin aber bis heute noch davon überzeugt das asolche Sachen sich bei den Kinder bemerkbar machen.Auch wenn das kein Arzt zugegeben mag. Unser Sohn hat zb. nicht gekrabbelt , hat nicht mit Bausteinen gebaut , war immer ziemlich Ängstich. Er spielt bis heute kaum mit Kindern und läd auch keine zusich ein.
Er war schon immer anders. Es durft Ihn aucg früher kein Kind anfassen, dann hat er immer gleich geweint.
Im Kindergarten haben Sie immer gesagt " Das wird schon.." aber es ist bis heute nicht geworden.
Zum Thema Rechenschwäche habe ich mir Bücher bei Amazon besorgt. das stehen auch gute Tipps drin was man mit seinem Kind üben kann. Dann kann man noch zur Ergotherapie gehen.
Viele grüße bis dahin Petra |
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Rudolf Wieneke
Anmeldedatum: 04.02.2005 Beiträge: 238
Wohnort: 10623 Berlin Charlottenburg Berlin, Deutschland
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Verfasst am: 12.07.2010 - 18:42 Titel: Ergotherapie und Üben, beides ist kontraproduktiv |
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Hallo Petra,
seit drei Monaten stehen jetzt unwidersprochen Deine Empfehlungen im
Forum. Du empfiehlst Bücher bei Amazon zu bestellen, in denen geeignete
Übungen für Rechenschwache aufgeführt seien. Darüberhinaus
legst Du allen Eltern rechenschwacher Kinder eine ergotherapeutische
Behandlung ans Herz.
Ich habe als Moderator mich bisher zurückgehalten, weil der Teil des
Forums, in den Du geschrieben hast,"eigentlich" für die Kommunikation
zwischen den Mitgliedern von Elterninitiative vorbehalten sein sollte.Ich
hatte gehofft, dass die "Elterninitiativler" Deinen Empfehlungen strickt
und aufmüpfig widersprechen.Dies liess allerdings zu lange auf sich
warten.
Daher jetzt meine Einwände: Bücher, die Übungen bei Rechenschwäche
anraten, kann man nicht genug ignorieren, auch wenn Amazon selbige
billig verscherbelt.Hättest Du den Titel und den Autor des Buches noch genannt,
könnte ich noch das Eine oder Andere über die theoretischen Hinter-
gründe dieser falschen Empfehlung sagen. So bleibt es bei meinem
Hinweis, dass Unverstandenes zwar geübt, aber nicht verstanden wird.
Der moralische Faustformel, dass Übung den Meister macht, wird von
jedem rechenschwachen Kind und auch von jedem rechenschwachen
Erwachsenen tatkräftig, mit Willen und Bewusstsein widersprochen.
An dem mangelnden Willen zu üben, bis man schwarz anläuft, liegt es
nicht.So einfach "nur" falsch ist diese Empfehlung wiederum nicht, da
das Üben auch noch zur Neurotisierung des "Beübten" oder, wie mein
Kollege Hoffmann aus Dortmund zu sagen pflegt, des "an die Wand
Geübten" unschön beträgt. Es ist also mehr als falsch.
Ergotherapie fördert Kinder bei sensomotorischen Defiziten ungemein,
eine Wirkung bei Rechenschwäche gibt es nicht. Auch hier gilt wiederum,
dass die Empfehlung nicht nur falsch ist, sondern sich als schädlich
erweist, weil damit eine weitere Hoffnung lanciert und notwendig
enttäuscht wird. Die Selbstattribution des rechenschwachen KIndes
( "Ich bin blöd, ich habe es wieder nicht geschafft) wird wiederum
unschön befördert. Nicht die ergotherapeutische Behandlung ist schädlich,
sondern die vermeintliche Hoffnung, die damit transportiert wird.
Dies musste leider doch mal gesagt werden... Auch wenn es weh tut...
Grüsse von
Rudolf Wieneke
Leiter des ZTR Berlin und
Sommermoderator des ZTR Forum |
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D_Berger
Anmeldedatum: 18.08.2010 Beiträge: 1
Wohnort: 70197 Stuttgart Baden-Württemberg, Deutschland
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Verfasst am: 18.08.2010 - 16:05 Titel: Rechnen Lernen |
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Hallo
Zunächst möchte ich der Ansicht von Dr. Retzlaff zustimmen. Deine Tochter wurde sicher nicht klinisch untersucht sondern nur von einer Fachfrau (was heisst das schon) und einem Lehrer untersucht. Diese Leute sind sicher hervorragend in der Lage Dyskalkulie zu diagnostizieren, aber keinesfalls eine Fehlfunktion im Gehirn. Das kann nur ein Facharzt nach eingehenden (und auch radiologischen) Untersuchungen. Also keine Angst, eine Hirn-Fehlfunktion ist sehr unwahrscheinlich.
Gegen Dyskalkulie kann man heute sehr viel tun, aber zum rechnen lernen muss das Kind zuerst ein Mengenverständnis bekommen. Das ergibt sich auch daraus, dass Du sagst, sie kann ab 4 keine Mengen mehr erfassen. Ein gutes und günstiges Online Training dafür gibt es z.B. auf www.lernen-rechnen.de und erst wenn das Problem beseitigt ist, kann sie wirklich rechnen lernen. |
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Rudolf Wieneke
Anmeldedatum: 04.02.2005 Beiträge: 238
Wohnort: 10623 Berlin Charlottenburg Berlin, Deutschland
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Verfasst am: 27.08.2010 - 19:34 Titel: Es fehlt die Begründung für Ihre Empfehlung |
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Hallo Frau/Herr Unterstrich-Berger,
ich weiss nicht recht, ob der Moderator eine nicht weiter begründete
Empfehlung unkommentiert im Forum so einfach stehen lassen soll.
Etwas unwohl ist mir dabei, zumal die Begründungen für den Kauf auf
der Homepage von "Lernen-Rechnen" in engeren wissenschaftlichen
Sinne recht "schräg" sind.
Dort heisst es: Das Mengenverständnis ist wichtig, "um ein Gefühl für
Zahlen zu entwickeln. Das hat nichts mit Wissen zu tun, sondern mit
Rechen-Gefühl". Hier irrt der Autor des Trainings gewaltig. Der Vergleich
von xxxx zu xxx mag kinderleicht sein, ist er aber nicht. Das Mehr oder
Weniger von x`en ( wir nehmen in unseren pränumerischen Testungen
mehr als acht Chips in 1:1 Korrenspondenz untereinander angeordnet)
können fast alle Schulanfäger erkennen. Die Antwort, da sind mehr, da
weniger, kommt auch bei Kindern, die in Verdacht stehen, eine Rechen-
schwäche zu entwickeln, spontan und häufig problemlos. Die nächste
Fragestellung dagegen hat es in sich. Sie lautet: Wieviele x´e sind dort
mehr bzw weniger. Es wird hier nach dem Unterschied, der Differenz-
menge von xxxx zu xxx gefragt. Kinder, die bereits die Zahlwortreihe
kennen und die Anzahl der x´en abzählen können, meinen die Frage nach
dem Unterschied mit der Bennung der jeweiligen Anzahl beantworten zu
können: dort vier x, dort drei x. Dies war aber nicht die Frage, da es um
den reinen Unterschied um 1 geht. Die Schwierigkeit beruht darin, in
einem Anzahlvergleich das entscheidende Kriterium des anstehenden
Vergleiches verstanden zu haben. Anzahlen/Mengen unterscheiden sich
in reiner Form nur um Eins bzw um eine Vielzahl von Einsen. Die richtige
Antwort auf die Frage kann nur gegeben werden, wenn der Unterschied
um Eins als die wesentliche Eigenschaft von Anzahlen/Mengen gewusst
oder bewusst ist. Mit Gefühl hat diese Abstraktion auf das Wesentliche
nicht das Geringste zu tun, auch wenn viele Kinder diese Abstraktion
ohne expliziten Lernprozess vorschulisch schon mit drei/vier Jahren
selbsttätig vorgenommen haben.
Weil ich allerdings von diesem volkstümlichen Lapsus - immer wenn vom
sog. mangelndem Zahlgefühl gesprochen wird, zum Beispiel wenn Kinder nicht merken,
dass ihr Ergebniss logisch unmöglich sein kann, handelt es sich um die
Absens der kardinal-relationellen Mengeneinschätzung der berechneten
Grössen- nicht auf den Wert des ganzen Programms von Herrn Binder-
so heisst der Autor, der sich rühmt, selbst rechenschwach gewesen zu
sein- schliessen kann, habe ich das Opus bestellt und bespreche es nach
Erhalt und gründlichem Studium
Es grüsst
Rudolf Wieneke
Leiter des ZTR Berlin |
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Rudolf Wieneke
Anmeldedatum: 04.02.2005 Beiträge: 238
Wohnort: 10623 Berlin Charlottenburg Berlin, Deutschland
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Verfasst am: 29.08.2010 - 16:54 Titel: Reinfall |
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Ein Nachtrag
Es sieht so aus, dass ich zu der Besprechung dieses Trainingsprogramms
nicht komme, da Mails sowohl an den Support des Verlages und auch an
den Autor zurückkamen. Der Verlag scheint nur aus einem Konto zu
bestehen, auf das man überweisen kann.
Es sieht nach einem Reinfall aus. Vielleicht kann Herr/Frau Berger dazu
etwas sagen.
Rudolf Wieneke
Leiter des ZTR Berlin und sehr bemühter Forum-Moderator |
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