Therapie von Rechenschwäche

Zur Überwindung einer Rechenschwäche bedarf es einer fundierten Dyskalkulietherapie, die an den ursächlichen zahlenmathematischen Problemen ansetzt. Die Dyskalkulietherapie im ZTR setzt daher am diagnostisch erhobenen Wissensstand des rechenschwachen Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen an. In der Therapie erarbeiten wir mit unseren Klienten ein kardinallogisch begründetes Wissen zu Zahlen, dem dekadischen Zahlsystem und zur Logik der Rechenoperationen. Darauf aufbauend erarbeiten wir alle arithmetischen Fertigkeiten, die ein effektives und sicheres Rechnen ermöglichen.

Unsere Dyskalkulietherapie beinhaltet zugleich eine Förder- und eine Verlaufsdiagnostik. Die gezielte Beobachtung unserer Klienten beim Lösen mathematischer Aufgaben und eine fortlaufende mathematische Leistungstestung geben unseren Dyskalkulietherapeutinnen und Dyskalkulietherapeuten ständig Aufschluss über den Lernstand und über noch zu erarbeitende Bausteine der Arithmetik.

Am Ende der Therapie sollen die Lücken im mathematischen Verständnis aufgearbeitet und bei Schülerinnen und Schülern der Anschluss an den aktuellen Schulstoff erreicht sein. Mit Schulabgängern erarbeiten wir das zum Erwerb der Berufsbildungsreife notwendige bzw. das berufsbezogene mathematische Wissen.

Rechenschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben nie ausschließlich Probleme mit dem Rechnen. Mit unserem therapeutischen Konzept sind wir generell auf die verschiedenen psychischen und sozial-integrativen Sekundärprobleme von Rechenschwachen vorbereitet. Unser Ziel liegt in diesem Bereich darin, die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in der Entwicklung einer durch Wissen und Anwendungserfahrung begründeten Handlungsautonomie im alltäglichen, schulischen und beruflichen Umgang mit Mengen und Zahlen zu unterstützen.

Wir arbeiten grundsätzlich im Einzelsetting auf der Grundlage eines individualisierten dyskalkulietherapeutischen Interventionsplanes. Nach unseren Erfahrungen dauert eine Therapie zwischen 18 und 24 Monaten.

Unsere integrative Dyskalkulietherapie umfasst

  • eine wöchentliche einstündige Therapiesitzung im Einzelsetting,
  • ein individuell abgestimmtes häusliches Übungsprogramm,
  • eine begleitende Beratung von Eltern und Lehrern, gegebenenfalls von behandelnden Ärzten und betreuenden Diensten,
  • eine fortlaufend begleitende mathematische Lernstandstestung.

Für rechenschwache Kinder und Jugendliche kann durch die Eltern eine Kostenübernahme für die Dyskalkulietherapie beim Jugend- oder Sozialamt beantragt werden. Die gesetzlichen Grundlagen dafür finden sich im § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) VIII  und im SGB IX. Bei einem klaren somatischen Zusammenhang von Primärerkrankung und Rechenschwäche können die Krankenkassen die Kosten für eine Dyskalkulietherapie übernehmen.

Die aktuellen Konditionen für Dyskalkulietherapien sowie Unterstützungsmöglichkeiten bei deren Finanzierung können Sie in unseren Instituten erfragen.

Übersicht der ZTR-Institute

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