Neuer Rundbrief! Thema: Rechenschwäche in Klasse 2

In unserem Rundbrief Nr. 1 haben wir Auffälligkeiten im Umgang mit Zahlen und beim Rechnen beschrieben, die im ersten Schuljahr beobachtet werden können und Empfehlungen für eine Analyse dieser Probleme gegeben. Zudem haben wir auch beschrieben, welche Reaktionen wir für fachlich ungeeignet halten. In dieser zweiten Ausgabe stellen wir Auffälligkeiten vor, die bei Missverständnissen zu Zahlen und deren Zusammenhängen in Klasse 2 beobachtet werden können.

Auffälligkeiten in Klasse 2

Auffälligkeiten in Klasse 2

Die Zahlenreihe rauf und runter…
Das Rechnen bis zehn fiel Nayla im ersten Schuljahr schwer. Vor allem beim Lösen von Subtraktionen benötigte sie anfangs viel mehr Zeit als die anderen Kinder ihrer Klasse. Mit der Zeit wurde dies besser: Sie konnte die Plus- und Minusaufgaben bis zehn schneller und meist mit einem richtigen Ergebnis lösen. Ihre Finger brauchte sie zum Lösen der Aufgaben nicht mehr. Sie hatte eine Rechenkette bekommen. Jetzt, im zweiten Schuljahr braucht sie auch diese nicht mehr. Nayla kann alle Plus- und Minusaufgaben mit ihrer Hundertertafel lösen. Zwar war diese für sie anfangs nicht einfach zu verstehen. Inzwischen weiß sie aber, wo alle Zahlen zu finden sind. Bei einer Aufgabe wie 20 – 9 muss sie nur die 20 finden und von dort muss sie neun Schritte zurückgehen. Dies macht ihr sogar Spaß. Allerdings nur wenn die Zahlen nicht so groß sind. Bei 43 + 25 muss man schon eine ganz schön lange Strecke vorwärtsgehen. Und das dauert …

Nayla kann Rechenaufgaben nur zählend lösen. Sie denkt die Zahlen nur als Teile der Zahlenreihe. Neun beschreibt für sie die Position nach acht und vor zehn. Sie verbindet mit neun nicht die Gedanken an neun Einer und an zehn minus eins. 19 ist für Nayla nicht die Menge von einem Zehner und neun Einern, sondern die Position vor, für die man eine Neun mit einer Eins davor schreibt. Rechnen heißt für Nayla, die Zahlenreihenfolge um die in der Aufgabe angegebene Zahl vorwärts oder rückwärts abzuschreiten. Zusammenhänge zwischen Zahlen und Aufgaben bemerkt sie nicht. Sie muss alle Aufgaben immer wieder erneut zählend lösen.

Ohne kardinales Zahlverständnis, ohne automatisiert abrufbares Wissen um die kardinalen Zahlbeziehungen und ohne Verständnis des dekadischen Stellenwertsystems ist kein Rechnen möglich! Zählhilfen helfen nicht!

Was hilft?
Mit einer qualitativen Diagnostik wird der Lösungsprozess detailliert untersucht:

  • bis zu welchem Schritt die aufeinander aufbauenden mathematischen Gedanken beim Erlernen des Rechnens verstanden sind und sinnvoll im Umgang mit Zahlen eingesetzt werden können,
  • bei welchem Gedankenschritt das Kind die Inhalte missverstanden und die darauf aufbauenden Inhalte nicht mehr (richtig) verstanden hat und
  • mit welchen eigenen Interpretationen zu Zahlen und deren Zusammenhängen das Kind an Stelle der mathematisch richtigen Erklärungen operiert.

Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung wird ein Rechenprofil erstellt, aus dem ein individueller Förderplan zur Überwindung der elementaren mathematischen Wissensdefizite abgeleitet wird. Wird darauf verzichtet, droht ein Scheitern der Förderung – auf Kosten des Kindes.

Der erste Schritt zur Hilfe:
Zahlverständnis und Rechenprobleme analysieren!
Dies leisten Facheinrichtungen wie das ZTR. Rufen Sie in unseren Instituten vor Ort an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir beraten Sie kostenfrei telefonisch oder per Email zu den ersten Schritten bei Problemen im Rechnen.
Hier finden Sie die Übersicht über unsere Einrichtungen.

Auffälligkeiten in Klasse 2

  • Plus- und Minusaufgaben bis 10 werden immer wieder vergessen
  • permanentes Zählen mit und ohne Hilfsmitteln
  • nach 7 + 8 = 15 muss sowohl 7 + 9 als auch 17 + 8 erneut ausgezählt werden
  • bei Minusaufgaben wird oft vorwärts gezählt
  • häufige Zählfehler um eins bzw. um zehn
  • kein Erfassen und Nutzen von Zahlbeziehungen wie 21 – 19 zur Lösung
  • Rechenwege werden vergessen
  • Platzhalteraufgaben wie □ – 9 = 11 können nicht gelöst werden
  • ungewöhnlich hoher Zeitbedarf auch beim Lösen einfacher Aufgaben
  • unsicher und fragend formulierte Antworten
  • logisch unmögliche Ergebnisse und Widersprüche bleiben unbemerkt
  • Text- und Sachaufgaben sind eine Überforderung

Auffälligkeiten in Klasse 1

Schon im ersten Schuljahr hatte Franz Probleme beim Rechnen. Die Plus- und Minusaufgaben bis 10 konnte er sich einfach nicht merken. Daher war er beim Rechnen auch nicht so schnell wie die anderen Kinder seiner Klasse. Konnten die anderen Kinder die Ergebnisse gleich ansagen, musste Franz die Aufgaben immer wieder an den Fingern auszählen. Das dauerte immer relativ lange, und oft verzählte er sich um eins. Bei 3 + 5 kam 7 und bei 8 – 6 kam 3 raus. Franz sah keine Zusammenhänge zwischen Aufgaben wie 3 + 5 und 3 + 6 oder 3 + 4 und 7 – 4. Für ihn waren alle Aufgaben immer wieder neu. Die anderen Aufgaben waren ihm keine Hilfe beim Lösen. Er zählte die neuen Aufgaben daher lieber wieder an seinen Fingern aus. Das machte er sogar bei Aufgaben wie 7 – 6, worüber die anderen Kinder seiner Klasse manchmal lachten.

Besonders beim Erledigen der Hausaufgaben bemerkten Franz’ Eltern, dass ihr Sohn Zahlen und ihre Zusammenhänge nicht verstanden hat. Sie sprachen dies in der Schule an. Schon beim Rechnen bis zehn habe Franz große Probleme. Das Rechnen bis 20 gelinge gar nicht. Franz’ Lehrerin beruhigte die Eltern: Manche Kinder benötigen beim Lernen mehr Zeit. Franz werde die Zahlen auch noch verstehen…
Stopp! Abwarten hilft nicht.

Franz hat nicht verstanden, wofür die Zahlen bis 10 stehen und welche Zusammenhänge sich daraus ergeben. Er weiß nicht, dass 7 gleichwertig mit 3 + 4 ist. Er weiß nicht, dass sich folglich 7 aus 3 und 4 bilden und in 3 und 4 zerlegen lässt. Er fasst das Gleichheitszeichen nur als Aufforderung zum Zählen auf. Und er kennt den Zusammenhang der Zerlegung von 7 in 3 und 4 zur Zerlegung in 2 und 5 nicht. Ohne dieses Wissen kann weder verstehen, dass 13 + 4 = 17 ist, noch kann er Anderes in den Zahlbereich über zehn übertragen. Ohne Einsicht in die elementare Zahlenlogik kann der darauf aufbauende Lernstoff im Mathematikunterricht nicht verstanden werden. Da im Lernstoff immer weiter vorangeschritten wird, können Franz’ Wissensdefizite nur wachsen.

Abwarten ist keine Hilfe! Verständnisprobleme und Wissensdefizite in der elementaren Mathematik wachsen sich nicht aus.

Was hilft?
Eine detaillierte Diagnostik des zahlenmathematischen Lernstandes.
Mit einer lösungsprozessanalytischen Diagnostik wird detailliert untersucht:

  • bis zu welchem Schritt die aufeinander aufbauenden mathematischen Gedanken beim Erlernen des Rechnens verstanden sind und sinnvoll im Umgang mit Zahlen eingesetzt werden können,
  • bei welchem Gedankenschritt das Kind die Inhalte fehl- bzw. missverstanden und die darauf aufbauenden Inhalte nicht mehr (richtig) verstanden hat,
  • mit welchen eigenen Interpretationen zu Zahlen und deren Zusammenhängen das Kind an Stelle der mathematisch richtigen Erklärungen operiert.

Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung lässt sich ein individualisierter Förderplan zur Überwindung der elementaren mathematischen Wissensdefizite ableiten. Wird darauf verzichtet, droht ein Scheitern der Förderung – auf Kosten des Kindes.

Der erste Schritt zur Hilfe: Zahlverständnis und Rechenprobleme analysieren
Dies leisten Facheinrichtungen wie das ZTR. In der Schule, in sonderpädagogischen, psychologischen, heilpädagogischen und ergotherapeutischen Praxen liegen in der Regel nicht die fachspezifischen Kompetenzen für eine detaillierte lösungsprozessanalytische Untersuchung des arithmetischen Lernstandes vor.

Rufen Sie in unseren Instituten vor Ort an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
Wir beraten Sie kostenfrei telefonisch oder per Email zu den ersten Schritten bei Problemen im Rechnen.
Hier finden Sie die Übersicht über unsere Einrichtungen.

Auffälligkeiten in Klasse 1

  • Anzahlunterschiede (mehr als/weniger als) können nicht benannt werden
  • dauerndes Zählen (mit oder ohne Objekten wie den Fingern)
  • häufige Zählfehler um eins
  • Plus- und Minusaufgaben bis 10 werden immer wieder vergessen
  • nach 3 + 4 = 7 ist 3 + 5 eine neue Aufgabe zum Zählen
  • Platzhalteraufgaben wie 4 + □ = 7 werden nicht verstanden
  • ungewöhnlich lange Rechenzeiten auch bei einfachen Aufgaben
  • Antworten des Kindes sind fragend und unsicher
  • sich widersprechende Ergebnisse bleiben stehen

Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen im ZTR Halle

Probleme in Mathe? Schwach im Rechnen? Rechenschwäche?
Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen

jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen)
18 bis 21 Uhr
ZTR Halle, Augustastraße 2, 06108 Halle

Nutzen Sie unsere offene Eltern- und Lehrersprechstunde!
Hier erhalten Eltern kostenfrei Informationen und eine qualifizierte Beratung bei mathematischen Lernproblemen. Lehrer erhalten hier Informationen zu Diagnostik und Förderung von Schülern mit mathematschen Lernproblemen und eine Beratung zu darüberhinausgehenden Fragen.

Alle Beratungen sind kostenfrei.

Zur Vermeidung von Wartezeiten bitten wir Sie unbedingt um Ihre Anmeldung.
Tel. (0345) 522 05 72
E-Mail: halle@ztr-rechenschwaeche.de

Flyer zum Download:
Flyer Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen Halle 2017

Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen im ZTR Leipzig

Probleme in Mathe? Schwach im Rechnen? Rechenschwäche?
Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen

jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen)
18 bis 21 Uhr
ZTR Leipzig, Kreuzstraße 3 b, 04103 Leipzig

Nutzen Sie unsere offene Eltern- und Lehrersprechstunde!
Hier erhalten Eltern kostenfrei Informationen und eine qualifizierte Beratung bei mathematischen Lernproblemen. Lehrer erhalten hier Informationen zu Diagnostik und Förderung von Schülern mit mathematschen Lernproblemen und eine Beratung zu darüberhinausgehenden Fragen.

Alle Beratungen sind kostenfrei.

Zur Vermeidung von Wartezeiten bitten wir Sie unbedingt um Ihre Anmeldung.
Tel. (0341) 268 95 20
E-Mail: leipzig@ztr-rechenschwaeche.de

Flyer zum Download:
Flyer Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen Leipzig2017

Sprechstunde im ZTR Müllheim

Probleme in Mathe? Schwach im Rechnen? Rechenschwäche?

Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen

jeden zweiten Montag im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen)
19 bis 21 Uhr
ZTR Müllheim, Am Torplatz 3, 79379 Müllheim

Nutzen Sie unsere offene Elternsprechstunde!
Hier erhalten Sie kostenfrei Informationen und eine qualifizierte Beratung bei mathematischen Lernproblemen.

Zur Vermeidung von Wartezeiten bitten wir Sie um Ihre Anmeldung.
Tel. (0761) 3873 7938
E-Mail: freiburg@ztr-rechenschwaeche.de

Flyer zum Download:
Elternsprechstunde im ZTR Müllheim

Sprechstunde im ZTR Potsdam

Probleme in Mathe? Schwach im Rechnen? Rechenschwäche?

Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen

jeden letzten Mittwoch im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen)
19 bis 21 Uhr
ZTR Potsdam, Hebbelstraße 12, 14469 Potsdam

Nutzen Sie unsere offene Elternsprechstunde!
Hier erhalten Sie kostenfrei Informationen und eine qualifizierte Beratung bei mathematischen Lernproblemen.

Zur Vermeidung von Wartezeiten bitten wir Sie um Ihre Anmeldung.
Tel. (0331) 550 77 67
E-Mail: potsdam@ztr-rechenschwaeche.de

Flyer zum Download:
Elternsprechstunde im ZTR Potsdam

Sprechstunde im ZTR Karlsruhe

Probleme in Mathe? Schwach im Rechnen? Rechenschwäche?

Sprechstunde für Eltern und LehrerInnen

jeden zweiten Montag im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen)
19 bis 21 Uhr
ZTR Karlsruhe, Albtalstraße 5

Nutzen Sie unsere offene Elternsprechstunde!
Hier erhalten Sie kostenfrei Informationen und eine qualifizierte Beratung bei mathematischen Lernproblemen.

Zur Vermeidung von Wartezeiten bitten wir Sie um Ihre Anmeldung.
Tel. 0721 – 13 20 25 73
E-Mail: karlsruhe@ztr-rechenschwaeche.de

Flyer zum Download:
Sprechstunde im ZTR Karlsruhe

NEUER TERMIN!!! 16.11.2017: „Hilfe, mein Kind kann nicht rechnen“ – Vortrag ZTR Berlin (Treptow-Köpenick)

„Hilfe, mein Kind kann nicht rechnen“
Diagnose und Therapie von Rechenschwäche/Dyskalkulie

Vortrag mit Diskussion und Elternberatung
Referenten: Steffen Berger (Leitung ZTR Berlin) / Dr. Jörg Kwapis (Leitung ZTR Berlin/Potsdam)

Do, 16. November 2017, 19:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Rudower Chaussee 26, 12489 Berlin-Adlershof
Gebäudenummer 7350, Hörsaal (Raum 0.313)

Wegen der begrenzten Raumkapazitäten bitten wir Sie um Ihre Anmeldung!
E-Mail: berlin@ztr-rechenschwaeche.de
Tel.: 030 83 28 017

Flyer zum Download
Vortrag: Hilfe, mein Kind kann nicht rechnen