Ergotherapie bei Rechenschwäche?

Die Seite www.ergotherapie.org informiert über „Behandlung von Dyskalkuie in der Ergotherapie“ folgendermaßen über die Ursachen:


„Die Dyskalkulie steht nicht für sich allein, sondern resultiert aus verschiedenen Störungen der Wahrnehmung. Die Verarbeitung der gesehenen oder gehörten Reize, die Körperwahrnehmung und die Links-Rechts-Unterscheidung können davon betroffen sein. Möglicherweise sind auch schulische oder familiäre Probleme und psychische Faktoren, wie Depressionen, Auslöser für eine Rechenschwäche, jedoch in einem weitaus geringerem Maß.“ Entsprechend setzt eine „Therapie“ an:
„Durch spielen, singen oder malen soll zuerst einmal das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Damit kann ein motivierendes Lernumfeld geschaffen werden und der Leistungsdruck wird zurückgenommen.
Die Fähigkeit, Mathematik zu begreifen, ist an verschiedene Wahrnehmungs- und sensorische Leistungen gekoppelt. Deshalb werden Methoden der sensorischen Integrationstherapie und Elemente der Psychomotorik genutzt. Zum Beispiel löst das Kind Aufgaben, während es in der Hängematte schaukelt.“
Hierzu einige notwendige Anmerkungen:
– Dyskalkulie resultiert nicht aus Wahrnehmungsstörungen. Dies ist eine wissenschaftlich nicht belegte Behauptung.
– Auslöser für Rechenschwächen sind grundsätzlich unverstandene Zusammenhänge, Worin die Ursachen dafür zu suchen sind bleibt meistens Spekulation.
– Mathematik zu begreifen ist eine kognitive Leistung. Durch Schaukeln in der Hängematte wird kein Beitrag geleistet, hochkomplexe Konstrukte wie z. B. das Stellenwertsystem zu verstehen.
– Möglicherweise können ergotherapeutische Übungen rechenschwache Kinder emotional stützen. Dass sich über sensoroische und motorische Übungen allein eine Rechenschwäche „behandeln“ ließe entbehrt jeder fachlichen Grundlage. Daher zahlen Krankenkassen keine Ergotherapien zur Rechenschwächetherapie. Und als Eltern sollte man sich auch nicht darauf einlassen.