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Aktuelles vom ZTR

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Gegen den Zahlensalat im Kopf

VON KATRIN RICHTER Addition und Subtraktion gehen schon ganz gut. Der zehnjährige Carlos besucht das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche. Seine Eltern werden vom Verein "Aufwind" bei den Therapiekosten unterstützt. Carlos ist zehn und geht in die 3. Klasse einer Dresdner Grundschule. "Dort bekomme ich manchmal ein paar Matheaufgaben, die ich nicht weiß", berichtet der aufgeweckte Junge. Wenn er zum Beispiel 605 + 74 rechnen soll, sei er "einfach schlecht drauf". Dann hat er Zahlensalat im Kopf. "Im Plus- und Minusrechnen bin ich aber schon viel besser geworden als früher", berichtet er. Bis 1000 zählen könne er auch schon. Seit anderthalb Jahren besucht Carlos das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche (ZTR) in der Inneren Neustadt. Der Zehnjährige kommt einmal pro Woche für eine Stunde zu Diplom-Psychologin Petra Stoll, die sich auf die Therapie der Dyskalkulie, also der Rechenschwäche, spezialisiert hat. "Carlos beherrscht die Addition und die Subtraktion inzwischen schon ganz gut", schätzt sie ein. Zu multiplizieren und dividieren falle ihm aber noch schwer. Nach neuesten Untersuchungen der Berliner Charité haben 6,6 Prozent der Grundschüler mit einer Dyskalkulie zu kämpfen. Die Dunkelziffer liege aber deutlich höher, weil die Rechenschwäche in vielen Fällen nicht diagnostiziert würde und unbehandelt bleibe, heißt es. Carlos' Eltern haben das Manko beizeiten erkannt. "Unserem Sohn ist beispielsweise nie in Fleisch und Blut übergegangen, dass 5 plus 5 gleich 10 sind, er hat das Ergebnis immer wieder neu an den Fingern abgezählt", entsinnt sich die Mutter. Schließlich wandten sich die Eltern an das ZTR, das bereits seit 2001 besteht. Neun Therapeuten sind dort beschäftigt. Um die 150 Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene besuchen das Therapiezentrum, um richtig rechnen zu lernen. "Unser jüngster Schüler ist 7 Jahre, der älteste 36", berichtet Chefin Irmgard Slotta. Die Therapeuten setzen da an, wo die Defizite der Schüler liegen. Bis sie den Anschluss an den Unterrichtsstoff gefunden haben, dauert es zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren. "Anders als in der Schule erklären wir weniger, sondern versuchen, durch gezielte Fragen die Kinder dazu zu bringen, selber Sachen zu entdecken und zu formulieren", beschreibt Slotta die Methode. Und die Therapeuten würden ganz viel mit Spielen und didaktischen Materialien arbeiten. Carlos´ Mutter ist der Überzeugung, dass sich ihrem Jungen durch die Therapie "etwas lange Verschlossenes geöffnet hat und es einen Weg gibt, sich das Mengen- und Zahlenverständnis zu erarbeiten". Würfelspiele wie ,Mensch ärgere dich nicht' würden nun der gesamten Familie, zu der noch ein jüngerer Sohn gehört, Freude bereiten. Und nicht mehr lange, dann könne Carlos auch die Uhr lesen. Keine Spur mehr von Schulfrust wie früher. Und der mögliche Besuch einer Förderschule sei auch vom Tisch. Die Therapie bringt viel, ist aber auch nicht billig. Sie kostet 240 Euro pro Monat. Das Geld können Carlos' Eltern nicht allein aufbringen - ebenso wenig wie die Eltern von fünf anderen Kindern, die das ZTR im Moment besuchen. Deshalb ist der Verein "Aufwind - Kinder- und Jugendfonds" eingesprungen und hat die Kosten übernommen. Den Verein gibt es jetzt seit 15 Jahren. 1,5 Millionen Euro an Spenden sind in dieser Zeit gesammelt worden. "Die Hälfte davon haben wir in Bildung gesteckt - in die Therapie der Lese-Rechtschreib- und der Matheschwäche, aber auch in den Förderunterricht für besonders begabte Kinder", berichtet Monika Curbach, Vorstandsvorsitzende von "Aufwind". Bezahlt worden sei beispielsweise Klavier- oder Gitarrenunterricht für talentierte Mädchen und Jungen. Und eines betont sie auch: "Jeder Cent, den ,Aufwind' sammelt, geht an die Kinder und Jugendlichen".
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Rechenschwäche bei Kindern: rätselhafte Mathematik

VON KATRIN LÖWE Viele Kinder leiden unter Rechenschwäche. Im Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in Halle steigt die Zahl der Schüler. Ein Problem ist jedoch die Finanzierung. 45 plus 23? Michaela (Name geändert) überlegt kurz, greift dann doch zu Stift und Papier und beginnt zu rechnen. Eine 68 steht wenig später auf dem Block der Drittklässlerin. Bestätigung suchend richtet sie den Blick auf ihr Gegenüber. „Vor anderthalb Jahren“, sagt Cornelius Issels, „wäre das noch nicht denkbar gewesen.“ Michaela leidet unter Dyskalkulie (Rechenschwäche), Issels ist stellvertretender Leiter des Zentrums zur Therapie der Rechenschwäche (ZTR) in Halle, das das Mädchen seit 2013 einmal pro Woche am Nachmittag besucht. Inzwischen stellen sich erste Erfolge ein - finanzieren müssen ihre Eltern die aber bislang selbst. Seit 15 Jahren existiert das private Institut in Halle. In den letzten Jahren steigt laut Issels die Zahl der Kinder, die Hilfe suchen, um die Rätsel der Mathematik - für sie ein Buch mit sieben Siegeln - zu lösen. „Vor fünf Jahren hatten wir hier in Halle noch 60 Schüler, heute sind es zwischen 70 und 80“, sagt er. Und noch mehr Diagnosen, bei denen es allerdings aus verschiedenen Gründen nicht zur Therapie kommt. Die Einrichtung deckt hauptsächlich die Saalestadt, den Saalekreis und Mansfeld-Südharz ab, inzwischen existieren Ableger in weiteren Orten des Landes. Wie viele Betroffene es gibt, ist unklar. Manche Studien sprechen von fünf bis sieben Prozent der Grundschüler, das ZTR von bis zu 25 Prozent.
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Hilfe, wenn Mathe zum Schreckgespenst wird

Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in der Region Gera-Altenburg feiert heute zehnjähriges Jubiläum Gera/Altenburg. Hilfe, wenn Mathe nicht nur fürs verzweifelte Kind, sondern für die ganze Familie zum Schreckgespenst wird, bringt seit zehn Jahren das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in der Region Gera-Altenburg. Heute feiert das zehnköpfige Team aus Mathematiklehrern, Sonder- und Sozialpädagogen und Psychologen um Chefin Karina Heyber in der Geraer Gutenbergstraße 3 und der Altenburger Puschkinstraße 7 sein zehnjähriges Jubiläum. "Rund 700 Kindern ab Vorschulalter, Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten wir in dieser Zeit helfen", resümiert Karina Heyber, die 20 Jahre Berufserfahrung als Mathelehrerin im März 2004 in das neue Aufgabengebiet mitbrachte. "Es ist eine erfüllende Aufgabe für uns alle, mitzuerleben, wie die psychische Belastung von den Kindern genommen wird und ihr Leben sich normalisiert." Rechnen ist für diese Kinder ein Blindflug Ein Kollege Karina Heybers fand für den Leidensdruck der mit Rechenschwäche (Dyskalkulie) Geschlagenen einen treffenden Vergleich: "Rechnen ist für diese Schüler der reinste Blindflug!" Was setzen die Verzweifelten nicht alles ein, um über die Mathestunden zu kommen! Finger, Zahlenskalen auf dem Schullineal, Auswendiglernen.... Was tun Eltern sich und ihren Sprösslingen nicht alles an: üben, üben, üben. Nachhilfestunden und schließlich der Gang zum Schulpsychologen. Verzweiflung, wenn das alles nichts hilft. "Der vernichtende Trugschluss: Wer nicht rechnen kann, kann nicht logisch denken und ist dumm, macht betroffene Kinder traurig, aggressiv. Ihr Versagen in Mathematik übertragen sie auch auf andere Gebiete, das Selbstbewusstsein sinkt in den Keller", beschreibt Karina Heyber die Situation. "Dabei hat Rechenschwäche nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun", sagt sie. Es existiere hier ein Unverständnis für die Grundlagen der Mathematik. "Auch gut ausgebildete Mathelehrer und Sonderpädagogen können es nicht schaffen, solchen Kindern zu helfen. Es fehlt ihnen nicht nur die Ausbildung, immerhin 240 Stunden in drei Jahren, sondern auch der notwendige Rahmen: Völlig andere Arbeitsmaterialien und didaktische Ansätze sowie Einzeltherapie über zwei bis drei Jahre. Das kann Schule nicht leisten." Denn fast detektivische Arbeit sei nötig, so die Spezialistin, um jene Stelle und jenen Zeitpunkt herauszufinden, wo das Unverständnis für Mathematik begonnen hat. Dieses behutsame, auf jedes Kind zugeschnittene analytische Testverfahren unterscheide sich von standardisierten Verfahren. Karina Heyber lehrte dazu an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und das Zentrum ist Praktikumsstätte für Studierende. "Es hat mich sehr erschüttert, dass die Befragung von Erwachsenen innerhalb unserer wissenschaftlichen Arbeit ergab, dass enorm viele von ihnen untherapiert geblieben sind." Zeit-und Geldeinteilung oft schwierig Die unbehandelte Dyskalkulie birgt nicht nur Hürden in der Schulmathematik, sondern im ganzen Leben. "Betroffenen fehlt oft das Zeitgefühl, sie können Geld nicht einteilen. Ganz abgesehen davon, dass schlechte Schulabschlüsse die Berufsbiografie nicht gerade fördern." Zweigstellen hat das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche auch in Jena, Saalfeld, Rudolstadt und Hof. Das zeigt, wie hoch der Bedarf ist. Die Therapiekosten für eine so langwierige und umfassende Therapie können bei drohender seelischer Schädigung des Kindes beim Jugendamt beantragt werden. "Das Geraer Jugendamt war da mal richtig gut und hatte Vorreiterfunktion", so Karina Heyber. Doch aufgrund der Finanzsituation der Stadt würden im Vergleich zu früher nur noch zehn Prozent der Anträge positiv beschieden. Damit ginge für Kinder aus weniger betuchten Elternhäusern die Chance auf Hilfe verloren. Denn bei 90 Prozent der Betroffenen ließe sich die Rechenschwäche durch eine spezielle Diagnose sowie lernproblemorientierte Therapie nachhaltig beseitigen. Für die Zukunft sehe sie ihre Aufgabe darin, Eltern und Lehrer noch besser über die Rechenschwäche aufzuklären. "Damit kann viel Leid verhindert und Lebensfreude zurück erobert werden." Von Elke Lier
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Die Qualen mit den Zahlen

Im Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in Ravensburg lernen Kinder mit Dyskalkulie das Rechnen Ravensburg. Malin freut sich. Glücklich strahlt sie mit ihren leuchtenden Kinderaugen ihre Therapeutin an. Die siebenjährige Zweitklässlerin hat gerade eine für sie knifflige Aufgabe gelöst: 34+7. Für die meisten Menschen sind derlei Rechnungen eine Leichtigkeit, für Kinder mit einer Rechenschwäche, auch Dyskalkulie genannt, jedoch eine unfassbar große Herausforderung. „Viele Kinder erzielen durch Auswendiglernen oder eine eigene Strategie das richtige Ergebnis. Oder sie rechnen mit den Fingern, ohne die eigentliche Matheaufgabe verstanden zu haben“, sagt Dyskalkulie-Therapeutin Monika Spohrs vom Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche (ZTR), das es seit Dezember in der Ravensburger Banneggstraße gibt. In Einzelunterricht werden den Kindern, die zwischen sieben und 15 Jahre alt sind, die Grundlagen der Mathematik beigebracht. Da die Rechenschwäche meist schon in der ersten Klasse auftritt, kann eine Therapie schon mal zwei bis drei Jahre dauern, bis alle Defizite aufgeholt sind. Auch bei Malin machte sich die Rechenschwäche schon in der ersten Klasse bemerkbar. Leidensdruck der Kinder ist hoch Das Problem bei Dyskalkulie: Betroffene Menschen haben kein richtiges Zahlenverständnis entwickelt. „Die logischen Prinzipien der Mathematik sind ihnen völlig unbegreiflich. Ihnen fehlt das Verständnis, dass Zahlen absolute und relative Werteigenschaften besitzen und nicht nur Wörter sind. Das sind allerdings die Grundvoraussetzungen, um rechnen zu können“, erklärt Olaf Steffen vom Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche. „Wenn man merkt, dass Kinder elementare Rechenaufgaben nur durch Abzählen hinbekommen, besteht ein unmittelbarer Verdacht auf eine Dyskalkulie“, so der 57-Jährige, der seit mehr als 20 Jahren in der Dyskalkulie-Forschung tätig ist und viele Jahre als Lehrbeauftragter für Dyskalkulie-Diagnostik und -Therapie an der Universität Jena gearbeitet hat. „Etwa ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat eine Rechenschwäche“, führt Steffen weiter aus. Empirische Untersuchungen hätten gezeigt, dass es drei bis vier rechenschwache Grundschüler pro Klasse gibt. Auch im Kreis Ravensburg gibt es Betroffene. 20 Kinder werden derzeit im ZTR in Ravensburg behandelt, denn: „Rechenschwäche kann behoben werden“, so Olaf Steffen. Weil das so ist und der Leidensdruck der Kinder und auch der Eltern sehr hoch ist, kommen die Kinder nicht nur aus dem näheren Umkreis wie Bad Waldsee oder Wangen, sondern auch aus Bad Saulgau und sogar aus Uhldingen und Lindau ins ZTR nach Ravensburg. Dort finden sie neben hellen und freundlichen Räumen, die keine Spielzimmer sind, aber auch nicht an Schule erinnern sollen, verständnisvolle Therapeuten, die keinen Leistungsdruck erzeugen. „Bei uns werden sie nicht veralbert oder diskriminiert, sondern ernst genommen“, sagt Olaf Steffen und spricht seelische Beeinträchtigungen an, die bei Kindern mit Dyskalkulie entstehen können. „Der Druck kommt von der Gesellschaft, nach dem Motto: Wer nicht rechnen kann, ist dumm und kann nicht logisch denken. Das ist fatal, denn die Kinder entwickeln teilweise schwere seelische Störungen.“ Neben Ängsten, die mit körperlichen Symptomen wie Durchfall, Magen- oder Kopfschmerzen und sogar Bettnässen einhergehen, können laut Steffen schwerwiegende Depressionen entstehen. „In den ZTR-Instituten in ganz Deutschland erleben wir auch Kinder mit aufgeritzten Armen und Suizidgedanken.“ Und Malin? Das fröhliche und aufgeweckte Mädchen aus Sattelbach bei Horgenzell kommt seit Dezember einmal pro Woche zur Therapie nach Ravensburg. „Das Rechnen hier macht mir Spaß“, sagt sie stolz. Ihre Rechenfähigkeiten sind schon besser geworden, und auch in der Schule macht sich das bemerkbar. „Malin bekommt hier viel Selbstbewusstsein, das merkt man richtig“, sagt ihre Mutter Sabine Engstler. Auch Malins Klassenlehrerin würde das bestätigen. „Davor war sie still in der Schule, hatte Angst, etwas Falsches zu sagen. Das übertrug sich auf alle Fächer“, führt Sabine Engstler weiter aus. Sätze wie „Ich bin eh doof und kann sowieso nix“, habe sie vor der Therapie öfters mal von ihrer Tochter gehört. „Das ist jetzt zum Glück nicht mehr so. Deshalb bin ich total froh, dass es das Therapie-Zentrum in Ravensburg gibt. Aber ich wäre auch nach Konstanz gefahren, damit mein Kind Hilfe bekommt.“ Das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche (ZTR) hat in Baden-Württemberg bislang zwei Institute: in Konstanz und in Ravensburg. Auch in Kreuzlingen in der Schweiz ist das ZTR vertreten, in Friedrichshafen soll es Mitte 2015 eröffnet werden. Bislang sind drei Dyskalkulie-Therapeuten für die Institute in Konstanz, Ravensburg und Kreuzlingen tätig, zwei weitere sind derzeit noch in Weiterbildung und stoßen im Herbst dazu. Karin Kiesel
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Rechenschwäche: Wenn das Einmaleins zur unüberwindbaren Hürde wird

Therapieangebot in Friedrichshafen für Kinder und Jugendliche mit Dyskalkulie geplant – Vortragsreihe startet FRIEDRICHSHAFEN Neues Therapieangebot: Menschen mit Rechenschwäche sollen auch in Friedrichshafen eine Anlaufstelle bekommen. Das geplante Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche Friedrichshafen (ztr) will sich mit Symptomen der Diagnostik und mit therapeutischen Ansätzen der sogenannten Dyskalkulie befassen - eben der Rechenschwäche. Zwar ist ztr-Leiterin und Diplom-Psychologin Monika Spohrs in der Zeppelinstadt noch auf der Suche nach Räumlichkeiten, eine Vortragsreihe zum Thema soll aber mit ein Wegbereiter sein. Erwachsene wie Kinder, die unter Rechenschwäche leiden, haben gewöhnlich ein Problem mit dem Zahlenverständnis. Besonders bei den Grundrechenarten. Dabei geht es nach Worten von Monika Spohrs bei der Dyskalkulie weniger um mangelnde Intelligenz oder Begabung. Auch nicht um die generell mangelnde Fähigkeit zum logischen Denken, sondern um einen defizitären Ausfall im mathematischen Lernen. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die Rechenschwäche als Teilleistungsstörung. Sprich, Kinder, die unter Dyskalkulie leiden, können in Englisch, Deutsch, Religion, Erdkunde oder Geschichte durchaus eine „Eins“ sein, in Mathe aber verstehen sie nur noch „Bahnhof“. Sie haben Probleme, Mengen und Größen zu schätzen, räumliche Vorstellung ist nur schwer wenn überhaupt möglich. Es fehlt schlicht und einfach die Fähigkeit, Mathe zu verstehen. Menschen, die keine adäquate Therapie bekommen, sind ein ganzes Leben geplagt. Fahrpläne, Preisschilder, Uhrzeiten, Börsenkurse, Mathe hört eben nicht mit Ende der Schulzeit auf. Hoffnung freilich gibt es allemal. „Rechenschwäche ist behandelbar“, sagt Monika Spohr, die momentan im Zentrum für Rechenschwäche in Konstanz sitzt. Die Psychologin und ihr Institut bieten eine therapeutische Dienstleistung für rechenschwache Kinder und Jugendliche, „damit auch für viele Eltern und Kinder einen Ausweg aus einem meist jahrelangen Leidensweg.“ Rechenschwäche ist also behandelbar: Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Im Bildungsland Deutschland ist sie eine Frage des Einkommens. Die Krankenkassen halten sich beim Thema in Sachen Kostenbeteiligung nämlich schadlos. In Sachen Rechenschwäche bietet das Zentrum zur Therapie nun kostenlose Vorträge mit Diskussion an. Das Thema: Rechenschwäche – was ist das? Symptome, Diagnostik und therapeutische Ansätze." Dr. Olaf Steffen (ehemaliger Lehrbeauftragter der Uni Jena für Rechenschwäche) spricht am Donnerstag, 10. Oktober, von 18 bis 21 Uhr, in der Ludwig-Dürr-Schule in Friedrichshafen und am Montag, 21. Oktober im Überlinger Kursaal am See (ebenfalls 18 bis 21 Uhr). Am Montag, 14. Oktober, befasst sich Steffen in der Uni Konstanz (Raum C 425, 18 bis 21 Uhr) mit dem Jenaer Rechentest und der Frage, warum die Art der Diagnostik bereits über Erfolgsaussichten einer Rechenschwächetherapie entscheidet. Alexander Mayer

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