Jetzt Hilfe bei Rechenschwäche in Ihrer Nähe finden

Finden Sie ein ZTR-Institut in Ihrer Nähe und vereinbaren Sie einen Termin!

Aktuelles vom ZTR

Default Post Thumbnail

Stolpersteine der Mathematik

Vortrag im Martin-Schongauer-Gymnasium über Rechenschwäche / Defizite entstehen früh BREISACH (BZ). Um Rechenschwäche ging es bei einem Vortrag, den der Pädagoge Thomas Royar am Martin-Schongauer-Gymnasium hielt. Dabei waren es durchaus einfache Rechenaufgaben, an denen die Stolpersteine der Mathematik für Kinder verdeutlicht wurden. Pädagogisches Dilemma Dass der Vortrag dennoch auch am Gymnasium mit großem Interesse verfolgt wird, liegt möglicherweise an der Tatsache, dass Defizite, die beim Rechnen bereits in der Grundschule entstehen, von manchen Kindern erfolgreich und mit viel Mühe so gut kompensiert werden, dass größere Schwierigkeiten erst in der achten Klasse offen zutage treten. Genau hier befindet sich dann das Gymnasium in einem pädagogischen Dilemma: Die Lehrer können auf diese Kinder trotz binnendifferenzierten Unterrichts irgendwann keine besondere Rücksicht mehr nehmen, wenn Grundkenntnisse fehlen, schließlich müssen sie den Lernstoff durchbekommen. Keinem Sportlehrer käme es hingegen in den Sinn, ein Kind, das in der Grundschule das Schwimmen nicht gelernt hat, auf die 200 Meter-Schwimm-Bahn zu schicken. Keine Krankheit Der gutgemeinte Mathe-Nachhilfeunterricht schafft dann auch selten Abhilfe, denn hier wird in der Regel der Unterrichtsstoff „aufgearbeitet“, anstatt den wirklichen Problemen nachzugehen, die oft auf viel elementarerer Ebene liegen. „Was also tun?“, lautet die Frage an den Experten. Thomas Royar ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz und Leiter des Zentrums zur Therapie der Rechenschwäche Oberrhein mit Standorten in Karlsruhe, Freiburg und Müllheim. Er befasst sich wissenschaftlich und als Therapeut mit Rechenstörungen. Zudem ist er der Vater einer Schülerin am MSG. Der Fachmann in Sachen Dyskalkulie – so der Fachbegriff für Rechenschwäche – wies zunächst einmal darauf hin, dass es wenig Sinn mache, Rechenschwäche als Krankheit zu betrachten. Es gebe zwar Zusammenhänge zwischen neurologischen Problemen und Rechenschwierigkeiten, der Großteil der Betroffenen sei aber durchschnittlich begabt und gesund. Wann liegt ein Problem vor? Ein Fünftel aller Fünfzehnjährigen weisen in Deutschland laut Pisa-Test 2003 mangelhafte Kompetenzen in Mathematik auf, in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden und der Schweiz liegt ihr Anteil mit 10 Prozent etwas niedriger. Ab wann aber liegt ein wirkliches Problem vor? Eine Rechenschwäche liegt dann vor, „wenn es im kindlichen Denken zu Fehlvorstellungen, fehlerhaften Denkweisen und letztendlich nicht zielführenden Lösungsmustern zu den ‚einfachsten‘ mathematischen Grundlagen kommt.“ Typische Probleme entwickeln sich bereits in der ersten und zweiten Klasse. Fehlendes Zahlenverständnis oder ein unzureichendes Teile-Ganzes-Konzept spiegeln grundlegende Verständnisschwierigkeiten, die einen Lernfortschritt schon früh sehr schwer machen. Zudem verbieten manche Lehrer den Kindern, bei einfachen Rechenvorgängen die Finger zu verwenden. Dabei hat sich bei der Therapie von rechenschwachen Kindern gezeigt, so Royar, dass es durchaus Sinn macht, die Hände einzusetzen und auch die soziale Lebenswirklichkeit in Rechenprozesse miteinzubeziehen. Ein Kind, das auf dem Blatt die 5 nicht von der 13 abziehen kann, mag sehr wohl zu einem richtigen Ergebnis kommen, wenn man es fragt, wie viele Kinder übrig bleiben, wenn an seinem Geburtstag 13 Kinder schwimmen gehen und dann 5 früher abgeholt werden. Keine Pauschallösungen Bei der Therapie von Rechenschwäche gibt es leider keine Pauschallösungen. Es hat es sich bewährt, den Teufelskreis von Misserfolg, verstärktem „falschen“ Üben, negativem Selbstbild und erneutem Misserfolg aktiv zu durchbrechen, denn selten geben sich Rechenprobleme „von selbst“. Am Anfang steht immer eine eingehende individuelle Diagnose. Viele Kinder unterscheiden sich in ihrer Rechenschwäche deutlich voneinander. So gibt es genaue Diagnosemethoden, die zeigen, in welchem Bereich mit viel Geduld und Verständnis nachgeholfen werden kann, damit das Rechnen wieder klappt. So wachsen dann wieder das Selbstvertrauen und die Freunde an Zahlen.
Default Post Thumbnail

Beratungs- und Informationsgespräch im ZTR Hof

[22.06.2018] Das ZTR Hof lädt Betroffene und Interessierte herzlich zum kostenfreien Beratungs- und Informationsgespräch rund um das Thema Rechenschwäche ein. Die Veranstaltung findet statt am Montag, den 25. Juni, von 18.30 bis 19.30 Uhr in den Räumlichkeiten des ZTR Hof. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Default Post Thumbnail

ZTR-Neueröffnung in Charlottenburg

[05.04.2018] Ab sofort finden Sie uns auch in Charlottenburg. In unseren Räumen in der Kaiserin-Augusta-Allee 35 bieten wir Diagnostik und Therapie bei Rechenschwäche sowie eine kompetente Beratung bei allen mathematischen Lernproblemen an.
Default Post Thumbnail

Wenn Zahlen nicht logisch sind

Von Nina Schirmer In der Gellertstraße werden Kinder und Jugendliche therapiert, die unter einer Rechenschwäche leiden. Das Angebot ist stark nachgefragt Matilda Böttcher kommt einmal in der Woche ins Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in Radebeul-Ost. Dort vermittelt die Therapeutin dem Mädchen ein logisches Verständnis für Zahlen, Mengen und Rechenarten. Eine Rechenschwäche hat nichts mit geringer Intelligenz zu tun. Das Defizit kann behandelt werden. Matilda Böttcher kommt einmal in der Woche ins Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in Radebeul-Ost. Dort vermittelt die Therapeutin dem Mädchen ein logisches Verständnis für Zahlen, Mengen und Rechenarten. Eine Rechenschwäche hat nichts mit geringer Intelligenz zu tun. Das Defizit kann behandelt werden. Radebeul. Immer und immer wieder die gleiche Aufgabe und jedes mal klappt es aufs Neue nicht. Wenn Eltern mit ihren Kindern Mathe üben, können solche Situationen irgendwann zur Verzweiflung führen. Und zwar auf beiden Seiten. Mutter und Vater sind frustriert, weil das Kind einfach nicht zu begreifen scheint. Die Schüler fühlen sich selbst irgendwann zu dumm und haben Angst, ihre Eltern zu enttäuschen. Constance Schlüssler kennt das zur Genüge. Die Psychologin arbeitet im Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche (ZTR) auf der Gellertstraße in Radebeul-Ost. Dort werden Kinder und Jugendliche therapiert, die nicht logisch mit Zahlen umgehen können und kein Mengenverständnis haben. In der Folge können sie mathematische Gedanken nicht richtig verstehen. Das hat nichts mit geminderter Intelligenz zu tun. Auch Abiturienten kommen in die Therapiestunden. Die Rechenschwäche muss man sich vielmehr wie eine Blockade im Kopf vorstellen, die gelöst werden muss. Und immer gelöst werden kann. Das Positive: Anders als bei Sprachproblemen, kann eine Rechenschwäche in jedem Alter behandelt werden, sagt Constance Schlüssler. „Mit 15 Jahren ist es schon nicht mehr möglich, eine Sprache ganz akzentfrei zu lernen. Aber eine Rechenschwäche geht immer weg.“ Deshalb sei ihr Job für sie der schönste auf der Welt. „Weil er immer erfolgreich ist.“ Zumindest fast immer. Denn was so leicht klingt, bedeutet trotzdem harte Arbeit. Manche Eltern brechen die Therapie ihrer Kinder vorzeitig ab, weil sie ihnen zu lange dauert. In der Regel müssen die Kinder und Jugendlichen 1,5 bis zwei Jahre ins ZTR kommen. Constance Schlüssler hatte auch schon mal eine Fünftklässlerin, die nur ein halbes Jahr gebraucht hat. Bei anderen dauert es drei Jahre. Im Therapiezentrum liegen Würfel auf dem Tisch. Für die Therapeutin sind sie ein wichtiges Übungsmittel. Denn oft können sich die Kinder vermeintlich einfachste Dinge nicht vorstellen, die anderen absolut logisch erscheinen. Zum Beispiel, dass sechs kleine Würfel genauso viele sind wie sechs große Würfel. Manche denken auch, dass in einer Reihe mehr Würfel liegen, weil sie weiter auseinander geschoben sind, als in einer anderen Reihe mit identisch vielen Würfeln. Auch für viele schwer zu verstehen: Wenn Person A und Person B gleich viele Würfel vor sich liegen haben und Person A gibt B einen ab, dann hat B nicht nur einen Würfel mehr als A, sondern zwei. Ein fehlendes Mengenverständnis fällt in der Regel schon im Kindergarten auf, sagt Constance Schlüssler. Zum Beispiel glauben manche Kinder, dass sie mehr Tee haben, wenn ihr Getränk von einem breiten in ein höheres Glas geschüttet wird. Nicht erst die Schulen, sondern schon die Kindergärten haben einen Bildungsauftrag. Die Erzieher müssten eine Rechenschwäche deshalb schon bemerken, sagt die Psychologin. Genaue Zahlen dazu, wie viele Menschen von einer Rechenschwäche betroffen sind, gibt es nicht. „Die Schulen sprechen von sieben bis zehn Prozent. Wir denken, dass es noch mehr sind“, sagt Constance Schlüssler. Meist werden die Betroffenen in der Schule aber noch irgendwie mitgezogen. Die Lehrer sagen oft, dass sich die Matheprobleme schon noch geben. Auf der einen Seite nachvollziehbar, findet die Therapeutin. Schließlich hätten die Pädagogen viele Kinder mit sehr unterschiedlichem Leistungsstand in den Klassenzimmern sitzen. Andererseits weiß die Psychologin, dass eine Rechenschwäche nicht einfach verschwindet. „Wenn es durch einfaches Üben weggehen würde, hätten die Eltern es schon geschafft.“ Spätestens ab der dritten Klasse könnten die Schüler dann nicht mehr alles an den Fingern abzählen oder Lösungsansätze wie ein Gedicht auswendig lernen. Ins Zentrum für Rechenschwäche in Radebeul kommen derzeit rund 30 Kinder und Jugendliche. Im Moment sind die Therapiestunden ausgebucht. Im Institut wird ein Verständnis für Zahlen, das Zahlensystem und Rechenoperationen aufgebaut. Daran anschließend werden arithmetische Fertigkeiten vermittelt. ZTR-Standorte gibt es in vielen Bundesländern. Auch für Erwachsene werden Therapien angeboten.

Social Media

Folgen Sie uns bei Facebook, um immer auf dem Laufenden zu sein!

   

Kopf & Zahl

Die Fachzeitschrift Kopf & Zahl informiert zum Thema Rechenschwäche und wird mehrmals im Jahr per Newsletter kostenfrei versendet.

Hier geht’s zum Abo!